Laminat verlegenLaminat können Heimwerkerinnen und Heimwerker in Eigenleistung durchaus selbst verlegen. Wichtig ist lediglich, dass sie die Reihenfolge der Arbeitsgänge einhalten, sorgfältig arbeiten und die geeigneten Werkzeuge dafür verwenden. Wir möchten nachfolgend vorstellen, welche Schritte erforderlich sind, damit Ihr neuer Laminatboden zur Freude über viele Jahre hinweg wird.

Kaufen Sie das richtige Laminat ein

Vor der Verlegung haben Sie die Qual der Wahl, denn es gibt mittlerweile im Fachhandel unermesslich viele Laminatsorten. Die Dekorauswahl nehmen Sie selbstverständlich selbst vor.
Eine wichtige Entscheidung müssen Sie jedoch hinsichtlich der Abriebklasse treffen. Im privaten Bereich gibt es eine Unterteilung in die Klassen 21, 22 und 23 (von gering- nach höchstbeansprucht). Für Dielen und Treppenhäuser benötigen Sie dementsprechend ein Laminat der Abriebklasse 23.

Die Untergrundvorbereitung

Der Rohfußboden muss sauber, eben und frei von Rückständen sein. In einem Neubau ist dies meist ein Estrich. Im Altbau kann dies ebenfalls ein Estrich sein, der von einem Altbelag befreit worden ist oder ein gebrauchter Dielenfußboden.Häufig diskutiert wird die Frage, ob ein alter Teppichboden verbleiben und als Trittschalldämmung dienen darf. Die Antwort lautet „Nein“. Schon aus hygienischen Gründen, aber auch zur Vermeidung von Hausstauballergien müssen Sie den Textilbelag entfernen.

Entfernen Sie sämtliche Altbeläge und auch eventuelle Klebereste mit einem Schaber mit Stiel. Befestigen Sie bei einem Dielenfußboden lose, knarrende oder federnde Bretter neu. Verbleiben bei einem Altestrich oder bei einem Dielenbelag Unebenheiten, benötigt der Rohfußboden einen Belag aus Fußbodenausgleichsmasse. Diesen verarbeiten Sie nach den Herstellerhinweisen auf die Gebinde.

Dampfsperre und Trittschalldämmung

Mann verlegt LaminatVor allen jetzt folgenden Arbeiten muss der Rohfußboden ständig absolut sauber sein. Reinigen Sie ihn deshalb gründlich mit dem Staubsauger und wiederholen Sie dies auch mehrfach während der Verlegung. Nichts wirkt sich verheerender aus, als wenn sich kleine Steinchen später durch das Laminat durcharbeiten und das Dekor aufbrechen.

Estrichfußböden haben ein anderes Wärmeverhalten als das Laminat. Deshalb benötigen sie als erste Schicht eine Dampfsperre aus Dampfbremsfolie. Deren Bahnen müssen circa 10 cm überlappen, und alle Stoßstellen werden mit speziellem Klebeband für diese Folien über die gesamte Länge abgedichtet. Holzdielenfußböden benötigen diese Dampfsperre nur, wenn sich unter ihnen die Bodenplatte des Hauses oder unbeheizte Räume befinden.

Schuhe erzeugen ein klackendes und störendes Geräusch beim Betreten eines Laminatfußbodens. Dieses lässt sich durch das Auflegen einer Trittschalldämmung aus PUR-Schaum in Rollenform oder als gefaltete Pappe verringern. Je dicker sie gewählt wird, umso größer ist die Dämmwirkung. Beachten Sie jedoch, dass sich dadurch der Fußbodenaufbau erhöht. Dampfbremsfolie wird um 90 Grad versetzt, Trittschalldämmung parallel zum Laminat verlegt.

Die Verlegung des Laminats

Jedes Laminat, ob mit Klebefuge oder modernes Klicklaminat, muss längs zum Hauptlichteinfall verlegt werden. Bei Querverlegung ergeben sich selbst bei sorgfältigster Verlegung hässliche Schatten an den Fugen. Ein Laminatfußboden benötigt umlaufend an allen Wänden, Türausschnitten, Heizungsrohren und anderen Unterbrechungen eine Dehnungsfuge von circa 8 mm. Diesen stellen Sie mit entsprechenden Distanzklötzchen als Abstandhalter zur Wand etc. her.

Mit der Verlegung beginnen Sie in einer linken Ecke. Legen Sie den ersten Laminatstreifen so aus, dass sich die Nut Ihnen zugewandt befindet, in die das Laminat der nächsten Reihe eingelegt wird. Nun klicken Sie alle benötigten Laminatstreifen der ersten Reihe zusammen. Den Letzten kürzen Sie unter Einhaltung der 8 mm Dehnungsfuge. Dazu verwenden Sie zum Anzeichnen einen Anschlagwinkel, zum Schneiden eine Stichsäge oder noch besser eine Tischkreissäge. Der abgeschnittene Rest bildet gleichzeitig den Beginn der nächstfolgenden Reihe. Achten Sie jedoch darauf, dass alle Querfugen um mindestens 20 cm versetzt sein müssen. Gegebenenfalls müssen Sie diesen Rest noch kürzen.

Mit mindestens vier Händen lässt sich die nun folgende Verlegung erleichtern, indem mindestens drei Laminatstreifen einer Reihe in Längsrichtung verklickt und erst dann in die vorangegangene Reihe eingeklickt werden. Ist eine Fuge noch nicht perfekt abgeschlossen, helfen Sie vorsichtig mit einem Holzklotz und einem Gummihammer nach. Vergessen Sie zwischendurch nicht die permanente Reinigung des Untergrundes. So verklicken Sie Reihe für Reihe, bis der Fußboden vollflächig fertiggestellt und mit einer Sockelleiste abgeschlossen wird.

Tipps und Tricks

Wände sind nicht immer eben. Wenn dies der Fall ist, müssen Sie die erste Laminatreihe dieser Kontur anpassen. Solche Unebenheiten zeichnen Sie an, indem Sie die erste Reihe gerade auslegen. Nehmen Sie nun ein flaches Holzklötzchen mit einer Bohrung, in die ein Bleistift passt. Fahren Sie mit diesem Anzeichenklotz auf dem Laminat an der Wand entlang, und der Bleistift zeichnet die Unebenheiten darauf an.
Ausschnitte für Heizungsrohre stellen Sie sauber mit einer Lochkreissäge her.

Bei Türausschnitten muss das zugeschnittene Laminat ohne Pressdruck unter den Türrahmen geschoben werden. Notfalls muss dieser Rahmen (und gegebenenfalls auch das Türblatt) eingekürzt werden.
Abschlüsse zu anderen Räumen oder anderen Fußbodenmaterialien schaffen Sie durch geschraubte Abdeckleisten aus Metall. In besonders großen Räumen ist nach spätestens 8 Metern eine Dehnungsfuge erforderlich.

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